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meine art der street photographyFrank

meine Street Photography

 

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Warum meine Art der Street Photography?

In der Street Photography gibt es viele interessante Stile. Jeder Fotograf verfolgt seine Lieblingsstile oder entwickelt sogar seinen eigenen Bildstil. Daher möchte ich meine Art der Street Photography vorstellen, wie sie sich entwickelt hat, wie ich meine Scheu überwunden habe fremde Menschen zu fotografieren, wie ich vorgehe und was zu meinem Bildstil geführt hat.

 

Street Photography und wie ich dazu gekommen bin

Faszinierende Fotos von Straßenszenen haben mich schon als kleiner Bub begeistert. Als ich später vom Fotografie-Virus gepackt wurde und immer öfter auf Fototouren ging, wusste ich erst nicht was ich fotografieren sollte. Es gibt ja so viele tolle Richtungen in der Fotografie. Ich war oft in meiner Stadt unterwegs und wollte Architektur und Stadtkulissen fotografieren. Oft standen da Menschen im Weg. Irgend wann fotografierte ich die Menschen mit und kam so zur Street Photography. Die Personen waren auf einmal nicht mehr die "Störung" auf dem Bild, sondern wurden immer mehr zur Hauptattraktion. Jetzt nach etlichen Jahren Street Photography, ist es für mich alltägliches und nicht immer gleich sichtbares auf eine interessante Weise festzuhalten und sichtbar zu machen. Man muss augenblicklich schnell sein und den richtigen Zeitpunkt erwischen. Ich beobachte sehr genau meine Umgebung und die Menschen um mit etwas Voraussicht den Augenblick zu jagen. Das kann eine tolle Architektur sein, vor der Menschen das I-Tüpfelchen sind, aber auch menschenleere urbane Straßenszenen. Sehr spannend sind auch Details von Menschen, also nur bestimmte Körperpartien oder ein Blickwinkel wie man in nur im Vorbeihuschen an anderen Menschen hat. Auch wenn Menschen ungewollt mit Ihrer Umgebung agieren, z.B. vor einem Plakat stehen und unbeabsichtigt eine kleine Geschichte ergeben. Mit Abstand am spannendsten ist es für mich, eigentlich unbedeutende Straßenszenen in einem tollen Foto umzusetzten. Das hat für mich viel von künstlerischen Schaffen.
Da ich viel in schwarz weiß fotografiere, hat sich ein Blick für Licht und Schatten entwickelt. Sehe ich z.B. eine Straßenszene die real nicht sehr interessant aussieht, rechne ich das Bild im Kopf bereits um wie es in schwarz weiß wirken könnte. Das Foto hier rechts oben, ist ein gutes Beispiel dafür. Ich war mit meinem Fotostammtisch bei einer Führung durch ein historisches Gebäude mit toller Architektur. Mein Fotofreund stand vor einer kahlen Wand, auf der Licht und Schatten sich zu einem Lichtkegel formten. Dann noch sein T-Shirt mit dem Aufdruck"Lights, Camera, Action" und für mich war ein tolles Foto im Kasten.

Dass hört sich alles sehr hochtrabend an. Tatsächlich ist vieles aus der Not heraus entstanden. Ich habe meine Fotos oft selbst analysiert und auch zur Kritik gestellt. Nach und nach stellt man fest was einen guten Look ausmacht und in welche Richtung es weiter gehen soll. Dazu aber weiter unten mehr.

 

Warum ich schwarz weiß fotografiere bei der Street Photography

Von meinen Fotofreunden wurde ich schon humorvoll mit Mr. Schwarzweiß angesprochen :-) Tatsächlich fotografiere oder besser gesagt entwickle ich sehr viele meiner Fotos in schwarz weiß und nur wenige in Farbe. Es kommt mir auf die Bildwirkung und die Kontraste an, die leider sehr oft in der Street Photography nicht als Farbfoto funktionieren. Ich fotografiere übrigens in Farbe bzw. im RAW-Modus und entwickle erst danach meine Fotos ins schwarz weiße. So habe ich die maximale Bildqualität die am Chip ankommt zur Verfügung, also auch noch alle Farbwerte. Als Tipp, man kann bei den meisten Kameras im RAW-Modus fotografieren und als Bildstil schwarz weiß wählen. Dies hat zur Folge, dass man zwar alle Farbinformationen auf der Speicherkarte hat, im Vorschaufenster das Foto aber in schwarz weiß angezeigt wird. So hat man schon mal einen Vorgeschmack, wie das Foto später aussehen wird. Zu diesem Modus noch ein wertvoller Tipp, man kann in den Kamera-Voreinstellungen wie der Farbe auch die Schärfe einstellen. Hier geht man auf das Maximum und erkennt besser im Vorschaufenster, ob das Foto scharf ist bzw. wo überall die Schärfe liegt. Wer im JPG-Format fotografiert darf die Schärfe nicht hochziehen, sonst sind die Fotos später überschärft. Im RAW-Modus ist dies egal, da hier die Daten abgespeichert werden, wie sie auf dem Chip ankommen und nicht ob man in der Kamera schwarz weiß oder die Schärfe sehr hoch gewählt hat! Dies ist zumindest bei den Fotokameras so die ich kenne (Canon und Fuji), im Zweifelsfall bitte in der Bedienungsanleitung nachlesen.
Es ist auch ratsam die Fotos immer im Farbmodus aufzunehmen wenn man in JPG fotografiert. Will man diese in ein Schwarzweißfoto umwandeln, kann man noch wesentlich mehr mit einem Bildbearbeitungsprogramm herausholen, als wenn man im vornherein nur ein Schwarzweißfoto wählt. Es können die einzelnen Farbwerte des Fotos noch individueller in Graustufen umgewandelt werden und gewind somit wesentlich mehr Kontraste.

 

Street Photography - Blickwinkel, ungewöhnlicher Bildstil und Ausrüstung

Canon 5D Mark II

Zur Street Photography verwende ich eine eigentlich ungewöhnliche Kamera, eine große Spiegelreflex-Vollformatkamera Canon 5D Mark II. Ich habe noch eine kleine Fuji die auch nicht schlecht ist, die große Canon ist aber einfach ein solides Handwerkzeug. Die Kamera kann ich fast blind bedienen und höre schon am Spiegelschlag die Belichtungszeit , übertrieben gesagt.
Was passiert nun, wenn man mit einem solchen Monstrum auf Street Photography geht. Eigentlich will man unsichtbar bleiben, da es Menschen vielleicht nicht mögen einfach fotografiert zu werden und man unverfälschte Momentaufnahmen haben möchte. Angefangen habe ich mit meinem 70-200 Telezoom und habe mich wie ein Wildlife-Fotograf aus sicherer Entfernung auf die Lauer gelegt. Meist noch aus einer versteckten Ecke heraus. Menschen sind aber halt mal keine Tiere und zerfleischen einen auch nicht oder ergreifen die Flucht, wenn man sich ihnen nähert. Auch sind Fotos die aus der Ferne aufgenommen sind nicht wirklich der Kracher. Also hab ich mir ein kürzeres Objektiv aufgeflanscht und bin mit einen 24-105 losgezogen. Da hatte ich notfalls noch etwas Tele, konnte aber auch näher ran. Beim näher ran hat sich dann mein Bildstil entwickelt. Fast schon wie ein "Spanner" habe ich Straßenszenen fotografiert. Die Kamera unten gehalten als würde ich nicht fotografieren und dann abgedrückt. Durch das Fotografieren in etwa einem Meter Höhe, dann noch leicht weitwinklige Brennweite hat sich ein interessanter Bildstil ergeben. Menschen werden nicht frontal fotografiert, sondern von unten in einem leichten Weitwinkeleffekt, was den Leuten schmeichelt und durch den ungewöhnlichen Blickwinkel sowie den Weitwinkelbereich noch genug von der Umgebung zeigt. Achtung, ich nehme kein Ultraweitwinkel, nur ein Weitwinkel von 24mm oder etwas mehr, was bei einer normalen Kamera (APS-C Sensor) etwas 17mm sind.
Vor ein paar Jahren habe ich das Canon 24-105 f4 gegen ein 24-70 f2.8 von Tamron getauscht. Die größere Blendenöffnung von 2.8, der wirklich gute Bildstabilisator des Objektivs und die hohe Isostärke der Canon erlauben auch noch in den Abendstunden verwacklungsfreie Fotos. Ich fotografiere meistens in der Isoautomatik bis 3600, Blende 2.8 und in der Blendenautomatik. Die Kamera wählt sich hier automatisch die beste Belichtungszeit und Isowert. Der Nachteil, man muss schon punktgenau fokussieren, da der Schärfebereich bei 2,8 auch auf mittlere Entfernung schon recht eng ist. Tatsächlich kommt es mir bei der Street Photography nicht auf ein technisch perfektes Foto an, ich will einen großartigen Look, eine interessante Geschichte erzählen oder etwas sichtbar machen was man sonst nicht sieht. Für die Pixelzähler unter Euch, lieber ein von der ISO verrauschtes Foto als ein verwackeltes Foto! Ein Bildrauschen kann man oft relativ gut entfernen, ein verwackeltes Foto bleibt verwackelt.
Wenn man mich fragen würde welche Kamera ich empfehle, dann eine die man gerne in der Hand hat und spass macht ;-) Nein, kein Scherz, ich persönlich finde sowas wirklich wichtig. Darüber hinaus sollte die Kamera für die Street Photography eine hohe Isostärke haben und bei 3600 ISO in den Abendstunden noch einigermaßen rauschfreie Fotos ermöglichen. Ob Spiegel oder ohne Spiegel ist eigentlich egal. Ohne Spiegel ist die Kamera etwas leiser, was aber auf der Straße nicht sehr ins Gewicht fällt. Eine kleine unauffällige Kamera wäre gut, dass es aber auch anders geht, sieht man bei mir. Das Objektiv muss lichtstark sein, Blende 2.8 wäre gut und sollte mit Zoom ausgestattet sein (Ein Zoomobjektiv etwa bei 24-70 bei Vollformat, APS-C Sensor 17-55). Ein Zoomobjektiv bevorzuge ich nicht etwa deswegen, weil ich zu faul wäre mich zu bewegen. Nein, ich will nur sehr schnell zwischen Weitwinkel und einer typischen Dokumentationsbrennweite von 35mm wechseln können. Die Kamera muss schnell fokussieren und auslösen können, nichts ist schlimmer als wenn die Kamera im entscheidenten Moment nicht auslöst. Ein Bildstabilisator wäre ebenfalls zu empfehlen. Mit hoher ISO, offener Blende und Bildstabi kann man auch noch unter dunklen Gegebenheiten verwacklungsfreie Fotos machen.  Einen Blitz sollte man bei der Street Photography vermeiden.
Anderseits, es gibt Leute, die ziehen nur mit Festbrennweite los. Es gibt sogar einen Fotografen, der vorzugsweise mit externem Blitz arbeitet. Er liebt es, wenn er Personen mit dem Blitz halberschrocken fotografiert. Es gibt also nichts was es nicht gibt.  Vielleicht ziehst Du auch mit einem ganz anderen Equipment los und entwickelst einen ganz eigenen und besonderen Look.


Street Photography und die Bildbearbeitung

LightroomEin sehr hoher Anteil des Bildlooks liegt in der Bildbearbeitung des Fotos. Ich verwende dafür Adobe Lightroom. Über Lightroom lade ich die Fotos auf den PC, treffe eine Vorauswahl was in diesem Programm sehr schön möglich ist und entwickle diese zu einem Schwarzweiß- oder Farbfoto. Die große Stärke von Lightroom besteht nicht nur in der Möglichkeit der Bildbearbeitung, sondern der Durchführung der Nachbearbeitung. Also an welchen Reglern man alles dreht, als eine Vorgabe (Preset) abzuspeichern. Im Internet gibt es auch eine Fülle von freien- und auch von käuflichen Presets die man verwenden kann. Ich selbst habe mir auch schon welche geladen und probiert. Letztendlich kommt man nicht darum herum selbst die Regler durchzuprobieren und die Funktionsweise kennen zu lernen. Dann kann man auch die Presets von anderen besser verstehen und seinen eigenen Bildbearbeitungsstil (Preset) zu entwickeln und abzuspeichern. Die Bearbeitung der Fotos ist dadurch sehr leicht und schnell durchzuführen. Dazu wird ein Bild oder die Bilder markiert, das Preset dazu gewählt und Lightroom rechnet alle markierten Fotos in diesen Bildstil um. Man kann dadurch auch sehr gut andere Presets probieren oder mehrere virtuelle Kopien erzeugen und verschiedene Bildentwicklungen abspeichern.
Ein letzter Schritt ist der Export des entwickelten Bildes in das gewünschte Bildformat (JPG, TIFF und die Bildauflösung). Auch hier glänzt Lightroom, man kann sich auch für diesen Export sehr schön Vorlagen erstellen und die Fotos, wie z.B. ich es mache, einmal als hochauflösendes JPG abspeichern, dann noch eine Version für Handy oder Bildschirmpräsentation. Auch weitere Auflösungen und Bildgrößen für meine Webseite sind leicht möglich. Auch für Facebook und Co kann man sich entsprechend angepasste JPGs entwickeln, bei denen z.B. die Metadaten entfernt werden. Dies geschieht ganz leicht per Rechtsklick auf das/die Bild(er) und wählt die gewünschte Exportfunktion. Lightroom entwickelt die Fotos automatisch in die gewünschten Formate. Sogar Dateinamen können noch gewählt werden.

 

Street Photography und die eigene Angst überwinden

Ich glaube es geht den meisten so, fremde Menschen zu fotografieren bedarf einiges an Überwindung. Man hat das Gefühl man dringt in die Privatsphäre anderer Menschen ein. Da kommen einem schon Gedanken wie, was ist wenn mich jemand empört anspricht. Vielleicht sogar eine Szene mitten auf der Straße macht und herumschreit. Tatsächlich ist mir noch nie etwas negatives passiert. Wobei ein Fotofreund schon schlechte Erfahrungen gemacht hat. Ich hatte schon Leute die mich angesprochen hatten, einer wollte sogar dass ich ihn fotografiere. Ich hatte es schon gehabt, dass mich jemand ertappt hat und anlächelte. Was mir die Angst davor vertreibt, ich versuche natürlich zu bleiben. Erkennen mich Menschen wie ich gerade eine Foto von ihnen mache, dann lächle ich und versuche das Eis zu brechen. Tatsächlich ist man selbst der größte Unsicherheitsfaktor mit seinen Gedanken die man sich macht, bis man sich endlich traut die Kamera auf jemanden zu richten und abzudrücken. Mir hilft es immer wenn ich mich längere Zeit auf einem Platz aufhalte. Die Personen nehmen einen weniger war. Es ist nach einiger Zeit wirklich unglaublich wie locker es einem von der Hand geht. In diesen Momenten merke ich erst, dass ich selbst das größte Problem bin. Ich glaube es hat auch viel damit zu tun, ob man in einen Bereich mit seiner Kamera eindringt, also in einen Bereich mit seiner Kamera läuft und Personen fotografiert oder sich in einem Bereich aufhält und Personen in den eigenen Bereich kommen. Beim letzteren bist nicht Du der in einen anderen Bereich einbricht. Es ist quasi wie ein Heimspiel :-)

 

Hier ein paar Beispiele zur Street Photography als Anregung

Mein Street Photography
Bildstil, von unten leicht
weitwinklig aufgenommen.
Street Photography mit Langzeitbelichtung.
Street Photography
sozialschwacher Menschen.
Street Photography in Farbe
und es gibt sie doch :-)
Street Photography aus dem Blickwinkel heraus, also so wie man es selbst im vorbeihuschen sehen würde.
Street Photography - Lokale
frontal aufgenommen, finde
ich immer wieder interessant.
Street Photography im Gegenlicht
mit langen Schatten. Klappt besonders gut im
Frühjahr und Spätsommer.
Street Photography im Regen
geben sehr schöne Kontraste
und Spiegelungen.
Street Photography in der
U-Bahn oder Bahnhof, ein echter
Klassiker.
Street Photography - Personen erkennbar fotografieren.

 

Rechtliches zur Street Photography

Dazu gibt es vieles nachzulesen. Gerade die Street Photography steht immer wieder im Gespräch. Darf ich Menschen fotografieren und veröffentlichen? Darf man im öffentlichen Bereichen fotografieren? Wie sieht es auf Privatgrundstücken aus, wie in staatlichen Gebäuden? Wenn Dir dies alles große Falten auf die Stirn wirft, dann fang damit erst gar nicht an. Für mich ist Street Photography eine Kunstform. Dazu gibt es sogar Gesetze und ein Gerichtsurteil, dass Fotos die Kunst sind eine Ausnahme darstellen. Was aber ist Kunst und was kann weg, im Streitfall muss es wohl vor Gericht ausgefochten werden. Ich persönlich würde nichts veröffentlichen hinter dem ich nicht stehe. Sind Fotos schlecht, hat es für mich auch kein Anrecht auf Kunst und wird nicht veröffentlicht. Sind Menschen darauf unwürdig abgebildet oder spiegeln nicht die Tatsachen wieder, dann werde ich sie auch nicht veröffentlichen. Fühlt sich jemand nicht einverstanden, dass ich ihn ablichte oder das Foto veröffentliche, dann werde ich das Bild entfernen.

Linktipp: Recht am Bild - Bundesverfassungsgericht erkennt Street Photography als Kunstform an

 

Schlusswort

Du bist auch Street Photograph und teilst meine Leitenschaft, Du findest meinen Artikel gut oder hast etwas zu bemerken, dann würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen. Was ich sehr hoffe, dass ich mit meinem Erfahrungen den einen oder anderen Fotografen inspirieren und helfen konnte. Daher würde ich mich über einen Kommentar oder Nachricht besonders freuen. Egal ob gleich oder ob man sich nach längerer Zeit zurückerinnert und denkt, da war damals dieser Artikel von diesem einen Fotografen, der mich inspirierte, den schicke ich mal eine Nachricht oder sogar einen Link zu meinen Fotos :-) Dafür bedanke ich mich im Voraus, viel Spaß.

 

 

 

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